Das Mühlenseegebiet besteht aus einer Ansammlung von Seen zwischen der Orten Vehlefanz und Schwante in Oberkrämer im Oberhavelkreis

Am letzten Dienstag hatte ich mich wieder mit meiner Lebensfreudegefährtin zu einer Frühlingserkundung in die Mark Brandenburg verabredet. Und wie das immer schon so war, hatten wir auch an dem Tag das große Glück, genau das richtige Wetter zu erwischen. Auch wenn ich ein absoluter Wolkenliebhaber bin, hat auch mal so ein durchweg blauer Himmel, gerade jetzt im Frühjahr, seinen Reiz. Und nach der Kälte am Morgen wurde es sogar so warm, dass wir öfter eine Rast einlegen konnten und der Tee mit Keksen eine willkommene Stärkung war. Wir hatten uns das Mühlenseegebiet bei Vehlefanz und Schwante für den Tag ausgesucht. Viel gewandert und mit dem Auto dann immer mal eine andere Ausgangsposition angefahren. Es war ein herrlicher Tag mit beglückenden Erlebnissen, die wieder mal unsere Seelen streichelten. Kein Lärm, manchmal ein paar Wanderer. Die einzigen, die wirklich ständig „Krach“ machten, waren die Graugänse. Ganz in Frühlingsstimmung und damit in der Balz, flogen sie ihre Runden.

Er hat noch kein Glück gehabt.
Frühling ist Balz auch bei den Graugänsen, die sich hier scheinbar recht wohlfühlen

In der Mittagszeit wurde es auch dabei ruhiger. Später entdeckten wir die Krakehler auf den Löwenzahnwiesen beim Fressen. Für sie sicher ein Schnabelschmaus, machten sie sich über den gehaltvollen Löwenzahn her. Schön, erst mal Ruhe 😉 😀

Mittag ist. Wer viel rumfliegt und schreit, bekommt natürlich auch Hunger. Graugänse lieben Löwenzahn, außerdem ist er nahrhaft und vitaminreich.
Interessierte „Aufpasser“ verfolgen alles was sich bewegt an „ihren“ See 🙂

Argwöhnisch beobachtet wurden sie dabei von ein paar Krähen, aber da lässt man sich ja nicht von stören 🙂 Auch die Graureiher nicht, aber einen davon passte unsere Nähe nicht. Wir merken immer wieder wie hoch die Fluchtdistanz sogar der Stockenten ist. Das ist eben noch echte Natur und das ist gut so. Bei einer Wiesenrast von uns strich ein Graureiher ziemlich dicht bei uns vorbei und gab ein gutes Bild für mein Tele an der Nikon Z7 ab. Dabei nahm er uns mit einem Seitenblick ganz genau wahr, bevor er sich am gegenüberliegenden Seeufer wieder niederlies, um seine Fischsuche wieder aufzunehmen.

Nun aber schnell weg, Zweibeiner zu nah!
Na, hier lässt es sich sicherer aushalten.

Was ich sehr schön finde ist dass die Zufahrtswege ins Gebiet, das ja Teil eines Landschaftsschutzgebietes ist, mittlerweile durch Schranken gesperrt sind. So hat der Camping- Grill-Wildwuchs hoffentlich ein Ende. Noch im vorigen Jahr konnte ich, trotz der Pandemie, beobachten, wie sehr viele mit ihren Autos bis ran ans Wasser gefahren sind. Das nicht genug wurden sogar Zelte aufgeschlagen, Holz gehackt und Feuerchen angezündet. Dicke Autos, mit Botschaftskennzeichen Rumänien waren dabei, Berliner, Polen und Deutsche. Am See ein Treiben wie auf dem Markt, ein Lärm der Musikanlagen und der Leute. Nicht so gut für die eigentlichen natürlichen Gäste. Ich würde mich freuen, wenn doch auch hier die Vernunft siegt. Mit den Sperren sind jedenfalls erste Schritte in die richtige Richtung erfolgt.
Wir haben ein paar wunder- und Lichtvolle Stunden erleben dürfen. Haben viele Tiere gesehen und ein paar konnte ich sogar im Bild festhalten. Unter anderem eine Goldammer, die, weil wir still stehenblieben, neugierig immer näher zu uns Zweibeinern kam. Wollte sicher mal die Typen, die da rumlaufen, von ganz nah betrachten. Und das konnten wir dadurch auch. 😀

„Na, wer seit denn Ihr??“
Eine Goldammer macht mit ihrem Federkleid dem Namen alle Ehre

Auf einem der Seen war auch ein Haubentaucherpärchen in den Liebesrausch verfallen. Ein schönes Erlebnis, das man auch nicht alle Tage sehen kann.

Frühling, Zeit der Balz auch bei den Haubentauchern. Aber dazu muss sich MANN erst mal bemerkbar machen.
Aber, sie scheint nicht abgeneigt 🙂

Wir besuchten die Anhöhe des historischen kleinen Weinbergs, der eine prachtvolle Aussicht bot. Überall wo man hinkam war ein Blühen und ein wunderbarer natürlicher Duft der Blüten lag in der Luft. Sogar die schönen Schlüsselblumen haben wir entdeckt.
Am späten Nachmittag ging es dann wieder zurück. Glücklich über all das Erlebte spürten wir eine innere Zufriedenheit und Ruhe, die noch weitere Tage anhielt. Ich schließe den Blog mit einer ganzen Auswahl meiner Bilder von dem Tag und würde mich freuen, wenn Ihr auch ein wenig von dieser schönen Natur nacherleben könnt. 🙂

„Keine Zeit, hab zu tun. Immer zu tun, ihr Menschen!“ 😉
Wozu wegfliegen, hier ist es doch märchenhaft schön 😉
Die Mühle Vehlefanz, ein Wahrzeichen
Hinter verschiedensten Bäumen in Frühlingsfarben lugt der Kirchturm von Schwante hervor
Und genau in 180° gedreht sieht man den Turm der schönen Vehlefanzer Kirche
Es könnte noch mehr regnen, an manchen Stellen sieht man wie stark der Wasserstand gefallen ist.
Blick vom Weinberg nach Vehlefanz
Für viele wieder die Metapher vom Licht nach dem Tunnel. Für uns einfach nur: SCHÖN! 😀
Schlüsselblumen im Gegenlicht, ein Zauberwerk der Natur
Die zahllose Blütenpracht war natürlich begehrter Anflugpunkt der Honigsammler und Blütenbestäuber

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