Sommer am Stechlinsee bei Neuglobsow. Stille, Weite und schönstes Licht

Der Stechlin, sagenumwoben und riesig groß. Tiefster und kristallklarer Binnensee, umgeben vom lauschigen, uralten Laubwald. Verheißungen genug für einen Sommerbesuch um stundenlang natürliche Schönheit, frische Luft und absolute Stille zu genießen und damit die Seele mit neuer Energie und Gelassenheit zu betanken. Und als „Obendrauf“ geben die Wanderungen neue Ideen für Lucy, und mir, immer und bei jedem Wetter, neue Motive unserer schönen brandenburger Landschaft.

Stichpunkt Wetter: Wir sind in diesem Jahr mitunter an Tagen gestartet, die erstens vom Wetterbericht allgemein als „schlechtes Wetter“ eingestuft werden können und von vielen auch werden. Wir haben aber nun mal die Einstellung, dass Wetter eigentlich nie schlecht ist. Man kann sich entsprechend kleiden und wir erlebten so die erstaunlichsten Landschaften im schönsten Licht, fernab vom langweiligen blauen „Urlaubshimmel“ und knallig harter Beleuchtung. Und so konnte ich Euch unser Land in den herrlichsten Momenten präsentieren. Und so war es auch vor knapp zwei Wochen als wir wieder morgens recht zeitig ins Land fuhren. Der Himmel in silberner Farbe mit Strukturen interessanter Wolkenformen, immer in Veränderung.

Und weiches, trotzdem helles, Licht. märchenhaft und verheißungsvoll. Und das Schöne daran, was viele nicht so wahrnehmen wenn sie ihre Erinnerungen mit Handy oder Kamera sammeln: Gerade das weiche Licht der durch eine Wolkendecke gedämpften Sonne lässt den Wald erst richtig leuchten und formen. Schaut Euch das ruhig mal bedacht an, wenn Ihr draußen unterwegs seit. Wenn ein hartes Sonnenlicht in den Wald brennt gibt es so harte Kontraste, die kein Kamerachip der Welt befriedigend aufzeichnen kann. Und deshalb sind die Bilder davon sehr oft vom Erlebten weit entfernt und enttäuschen. Nun, wir hatten Ideallicht für Wald und ich eine relativ ruhige Hand, um ein paar schöne Eindrücke mitzubringen.


Nun denn, gestartet von meiner Basis Oranienburg ist der beste Weg die B96 bis Gransee zu nehmen. Für mich eigentlich eine der schönsten Straßen, von uralten Bäumen gesäumt. Nur für viele nicht schnell genug, die vorgeschriebenen 80km/h werden oft ignoriert und man beobachtet dann die krassesten Überholmanöver. Die leider zu oft für Unfälle sorgen, an denen dann auch immer wieder die Unschuldigen den Unsinn der Unbelehrbaren Egoisten ausbaden müssen. 🙁
Ab Gransee wird die Fahrt, wenn man die Strecke über Menz wählt wie wir, beschaulicher. Ich liebe diese Nebenstrecken übers Land und gleich hinter Gransee wurden wir mit einem leuchtenden Mohnfeld beglückt. Leider war nun gerade dafür das Licht nicht so zu gebrauchen. Und so hofften wir auf die Zeit der Rückfahrt. Und das wurde dann zu einem Erlebnis, dass ich Euch in einem weiteren Blog zeigen werde.


In Neuglobsow schließlich angekommen, stellten wir das Fahrzeug auf einen der Parkplätze ab und per Pedes ging es dann zum See. Wenn man die letzten Meter bis dahin gekommen ist, zeigt er sich schon in der Ferne zwischen großen Buchen und der plötzliche Anblick suggeriert Ostseefeeling. Aber nur kurz, denn die Landschaft ist hier doch wieder so ganz anders. Durch die fehlende heiße Sonne an dem Tag war auch der Besucher- und Badebetrieb am See sehr überschaubar. Für uns Naturliebhaber aber ein Geschenk. Wir wählten den Wanderweg nach rechts, an der Fischerei Stechlinsee vorbei. Und dann genossen wir die Ruhe, die eigentlich eine ganz große Stille war.

Nur der Wind säuselte durch die Baumwipfel, das Wasser machte sich mit leichtem Plätschern an Ufernähe bemerkbar. Beim Blick nach oben in die Blätterdächer der hunderte Jahre alten Baumriesen überkam uns ein Gefühl der Andacht. Ja, wenn es einen Gott gibt, wovon wir überzeugt sind, dann ist es auf jeden Fall nicht dieser von Menschen „gemachte“. Das wirklich göttliche sehen wir in allen Formen der Natur, und wie kann die schönste Kirche mithalten mit dem Erleben der „Kathedralen“ die uns der Wald zu betreten auffordert. Und dann kann die Seele heilen, ohne Schuldgefühle und „Beichte“. Es ist gut, dass das Jeder auf seine Weise bestimmen kann, wir haben unseren Weg in den Wundern der Natur gefunden.


Wenn man will und dafür die Kondition besitzt, kann man den See umrunden, Wanderwege gibt es ja hier genug. Das aber ist für mich zu heftig und Pausen bestimmten unseren Weg. Schön dass Lucy immer für einen Imbiss alles im Rucksack dabei hat. Und so nutzten wir eine der vielen Möglichkeiten zu einer längeren Rast.
Nach einer bestimmten Zeit war es dann für mich genug und der Rückweg war ja auch zu berücksichtigen. Ein wieder wunderbarer Tag ging viel zu schnell zu Ende, die ersten Häuser sagten uns dann, ganz sachte, wir sind zurück in der Zivilisation 😉 . Und frische Luft macht heftigen Appetit. So schlossen wir unseren Stechlin-Besuch mit der Einkehr ins hübsche Luisenhof Restaurant und Hotel. Von einer freundlichen Bedienung wurden uns leckere Spargelgerichte empfohlen und da gab es nur ein sehnsüchtiges „JA!“ 😀 von uns. Und ja, lecker!!


Man sitzt so schön draußen in dem geschmackvoll ausgebauten Kleinod, wofür „Biergarten“ als Bezeichnung einfach nicht reicht. Es ist eine wundervolle „Oase“ für alle die geschafft von der Wanderung ihre Kräfte erneuern wollen und die, die hier mal Urlaub machen. Und auch die Seele kommt dabei nicht zu kurz. Beim leisen Plätschern des hübschen Wasserfalls am Teich in der Anlage, beim fabelhaften Essen, genossen wir unser Dasein und sahen nochmal die Bilder des eben erlebten im Geist vorbeiziehen. Es war einfach herrlich, einfach und empfehlenswert.

Da es aber Euch wenig nützt, die Bilder im Geist, hab ich natürlich viele davon mit meinen Kameras gesammelt und zeige Euch einige davon. Und wünsche mir nur, dass Ihr eventuell auch ein wenig Seelenbalsam davon mitnehmen könnt. Und dazu wünsche ich viel Spaß 😀

Die nette Frau habe ich schon öfter dort sitzen sehen 😉
Der Stechlin, wundert es da wenn ihn Wanderer Fontane zu seinem Altersroman inspirierte?
Wir haben das Alter erreicht, wo „man wieder Kind sein darf“ 😉 , besser ist es allemal wenn man es eigentlich nie verdrängt.
Schon die Wanderwege am Stechlin sind an sich ein Erlebnis
Die natürlichen „Kathedralen“
Lucy auf Recherche am Wasser…
… und im Wald.
Ein letzter Blick über den Stechlin. Die Wolken lockerten sich, ein wenig Blau kam zum Vorschein und weiche Sonnenstrahlen ließen wie Spots landschaftliche Details aufleuchten.

1 thought on “LANDpartie zum Stechlin

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