Auf dem Voss-Kanal bei Krewelin

Das Wetter war herrlich und es war ein Tag vor meiner zweiten Impfung. Wir wollten schon lange mal ein Ruderboot ausleihen und auf einem unserer vielen Gewässer herumschippern. Am Ziegeleipark in Mildenberg, in der Nähe von Zehdenick, war ein Bootsausleih eingezeichnet auf Google-Maps. Schönes Ziel, die Havel mal von einer anderen Seite betrachten, eine Verlockung. Das wurde aber leider so nichts, dazu später.
Nach Zehdenick nehme ich sehr gern die Route über Liebenwalde, eine landschaftlich sehr schöne Strecke. Und, für mich wichtig, Krewelin liegt auch an der Verbindung. Da ist ein Halt für mich schon Tradition, muss ich mich doch vergewissern ob schnelle Havel und Voss-Kanal noch da sind 😉 Einer meiner Lieblingsplätze, der nun auch zu denen von Lucy gehört. Da ist es mitunter so ruhig, dass man die Stille hören kann. Der Wind rauscht ab und zu in den Baumwipfeln und den Wiesen. Das letzte Mal haben wir sogar einen Wiedehopf im zügigen Vorbeiflug beobachten können. Und Familie Schwan kam wie auf Bestellung zur Brücke. Papa Schwan machte dann einen auf Macho und wollte, obwohl ich weder im Weg stand noch sonst irgend etwas getan hatte, mich vom Ufer unbedingt vertreiben. Egal was ich tat, er kam sofort an wie eine kampfbereite Fregatte mit aufgerissenem Schnabel. Und lauten Zischen, Drohung pur. Dabei wollte ich nur ein paar Bilder von der Landschaft und den Libellen aufnehmen. Irgendwann wurde es mir zu bunt, ich machte mich gerade, spreizte die Arme, in den Händen die Kameras, weit über meinen Körper, und ja, zischte auch. Stark. Hatte ihn sichtlich irritiert und wohl beeindruckt. Wohlgemerkt, seine Familie war weit über fünfzig Meter von uns entfernt, also keine Gefahr von uns. Nur, er wollte wohl einfach zeigen wer der Chef im Revier ist. Der war ich, für eine kurze Zeit 😀 😀
Nachdem er dann Anschluss an seine Sippe nahm, konnte ich mich in Ruhe den Prachtlibellen widmen, die hier einträglich Hochzeit feierten.

Hier ist Vorsicht und Distanz angesagt, denn selbstverständlich passen die Eltern auf dass es dem Nachwuchs gut geht
Vegan ist echt lecker 😀

Wir konnten uns schwer von dem schönen Ort losreißen, aber wir hatten ja noch etwas vor. Zum Abschied schauten wir noch mal über den Lichtwechsel auf unser gutes Land und Lucy stupste mich an, schaute fröhlich nach oben. Ein Herz in Wolkenform, wenn das kein gutes Zeichen ist 🙂

Mit viel Freude im Herzen setzten wir unsere Tour fort und ankerten in Mildenberg, konkret, im Ziegeleipark Mildenberg. Denn hier gibt es auch den Bootsverleih. Ganz schöner Trubel, obwohl es in der Woche ist. Aber es sind ja Ferien, und es war ganz schön was los. Am Bootsverleih dann die Enttäuschung für uns. Kanus ja, aber keine Ruderboote. Kanu wollten wir aber nicht fahren und der Trubel war uns auch zu viel. Also zurück nach Zehdenick, denn mittlerweile hatten wir auch Hunger bekommen. Und da kenne ich ein ausgezeichnetes Lokal in bester Lage. Genau am Wasser zwischen Hubbrücke und Schleuse, erfrischten wir uns mit alkoholfreien Getränken; und ein leckeres Essen brachte uns eine seelische und körperliche Zufriedenheit.

Der Ziegeleipark Mildenberg

Nun machten wir noch eine kleine Wanderung durch den hübschen Ort und landeten wieder am Parkplatz. Die Rücktour fuhren wir aber über Klein-Mutz und am Großen Timpberg am Bismarckturm nahmen wir eine weitere Pause. Unser Tee und etwas Gebäck waren gerade richtig zum Nachmittag und am Parkplatz entdeckten wir wunderschön blühende riesige Diesteln. Und die mochten die Schmetterlinge auch und so kam ich noch zu ein paar herrlichen Aufnahmen. Lieder vergeht die Zeit am schnellsten, wenn man rundum glücklich ist. Und wir hatten das gute Gefühl, dass uns das Wolkenherz ein guter Begleiter war.

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