Leuchtende Wolkenschiffe im Liebenberger Land

… in der Mark Brandenburg, da fühle ich mich wohl und zu Haus. Und da habe ich meine Lieblingsstellen. Die ich, wenn Zeit ist und ich mich kräftig genug fühle, immer mal wieder besuche. Die Kameraausrüstung ist durch die Modernisierung und Reduzierung auch für mich noch tragbar und die Landschaften benötigen nicht die körperliche Schnelligkeit des Reporters oder Hochzeitsfotografen. Meistens harren sie so lange aus bis ich soweit bin für eine Aufnahme. Und wenn ich es doch verpassen sollte, (Wolken und heftiger Wind bringen schnellste Lichtveränderungen), ist es doch nicht so schlimm, denn außer ich selbst, erwartet keiner meine Bilder. Das alles nennt man Entschleunigung und das ist seelisch sehr befreiend. Und so passieren vielleicht gerade deshalb neue und ausdrucksstarke Bilder, die ich ernten und mit nach Hause in meine kreative Zauberwerkstatt nehmen kann.
Genauso war es vor zwei Tagen. Eigentlich wollte ich in einem Waldstück in der Nähe meine Neugier befriedigen und schauen, ob die Buschwindröschen und ihre Verwandten schon die Kraft hatten, das alte Laub beiseite zu schieben. Um sich dem Himmel und vor allem dem kräftigen Frühlingslicht entgegen zu recken. Denn das benötigen sie dringend, das helle Licht, und deshalb ist jetzt die Zeit der Blüte, solange die Blätter an den Bäumen noch in ihren dicken Knospen stecken. Ist erst mal das Blätterdach undurchsichtig, ist die Blühzeit der Röschen vorbei.

Und wie es immer so ist, der Weg ist das Ziel, denn bei dem herrlichen Frühlingswetter fliegen einem die schönen Ansichten nur so zu. Also immer mal stoppen und die Beine Bewegen. Eh gut für den Körper. Und dabei den Dauerlauf der Wolken am Himmel bewundern und die steife Briese um die Nase wehen zu lassen. Jedes Mal draußen frage ich mich dann, was braucht man eigentlich mehr? Es ist wie immer, das Einfache ist schön, schön einfach und unbezahlbar. Immer neue Lichtstrahlen, die durch die Wolken zeigen, lassen wie Spotlights im Theater auf der Brandenburger Bühne im Liebenberger Land die „Kulisse“ geheimnisvoll erstrahlen. Und mir immer neue Bilder zeigen, die ich nur einsammeln muss. Und wenn wieder dieser magische Moment in meinem Kopf passiert, sehe ich auf einmal viereckig und damit schon die fertigen Bilder im Geist. Nur eben die richtige Brennweite nehmen, die Belichtung genau so abstimmen dass dann am Rechner im Rohdatenkonverter das Bild zu dem entwickelt wird, was ich draußen schon innerlich gesehen hatte. Das ist das ganze Geheimnis des kreativen Prozesses. Früher mit Negativfilm in der Kamera, richtige Entwicklung der Filme und dann der kreative Prozess beim Abziehen der Bilder in den richtigen Farben. Schön dass man heute dazu nicht mehr in eine stinkende Dunkelkammer muss, sondern es elegant am Rechner im Hellraum fertigen kann.
Nun sind schon in der Landschaft selbst so viele Bilder entstanden, dass ich sie Euch erst mal zeige und dann im zweiten Teil in den Wald unterwegs sein werde, zu den Buschwindröschen. 🙂

Die Mistel in der Baumkrone
Das schöne Detail
Für einen kurzen Moment bricht die Sonne ihr Strahlen durch die Wolkenlandschaft, kurze Zeit um das Leuchten in der Landschaft zu verewigen

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