Kloster Chorin, eine Zisterzienserabtei im Amt Chorin

Mönche hatten schon immer eine gute Hand bei der geografischen Wahl zum Bau ihrer Klöster. Oft waren es lauschige Gegenden, umgeben von allen nützlichen Dingen zum tägliche Gebrauch. Allem vorran das saubere Wasser, dazu den Wald für die Holzgewinnung und wenn der Boden zu feucht war, wurde er im geregelten Maße entwässert. Denn ein fruchtbarer Boden war unabdingbar für ihr Leben als Selbstversorger. Das Wasser als Quell für die Anpflanzungen. Und natürlich auch für das Brauhaus. In dem auch das als teuflisches Zeug verschriene Gesöff gebraut wurde. Nur, als teuflisch kann es bezeichnet werden, gibt man sich ihm hemmungslos hin, gemäßigt war es eher als Medizin verwendet worden. Und so steht heute das Kloster als Baudenkmal am Amtssee am Rande der Schorfheide. Im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, denn Mönche gibt es hier schon lange nicht mehr. Idyllisch, beschaulich und recht gut erhalten und gepflegt ist es hübsch anzusehen. Das war am letzten Dienstag das Ziel unserer neuen LANDpartie in die Mark Brandenburg. Vom Parkplatz ging es durch sattgrüne Natur auf den großen, typischen Giebel zu. Von der alten Klostermühle erzählt nur noch eine Ruine, außerhalb der Schutzmauer.
Hier der Weblink zur Hauptseite des Klosters: https://www.kloster-chorin.org/geschichte/
Und eine Amsel beobachtete genau was wir anstellten 😉

Die Ruine der alten Klostermühle
Der Wanderweg vom Parkplatz zum Kloster Chorin
Eindrucksvoll die Giebelseite des Klosters
Der kleine „Aufpasser“ blieb immer in der Nähe

Für Kreative ist dieser Ort ein Quell der Inspiration. Für den Maler und dem Fotografen zeigen sich Bilder ohne Ende, von Übersichten bis hin zu den schönsten Details. In Mengen. Und der Geist der hier lebt, unterstützt wiederum von den Kobolden und Elfen, lässt die Zauberer der Schrift zu neuen Ideen gelangen. Selbst Musiker sollen hier geistig erfrischt ganz neue Tonwelten erschlossen haben. Und so sammelten wir beide, jeder auf seine Weise, die schönen Dinge die vor uns ausgebreitet lagen.

Klosterkirche Chorin und anliegender Friedhof
Frisches Frühlingsgrün mit kleinem Durchblick zum Amtssee
Der Amtssee im mystischen Licht

Das Wetter war wieder mal so richtig schön wechselhaft. Wäre es nach der Vorhersage gegangen, wäre sicher Mancher lieber zu Hause geblieben. Nur, ich wusste ja wie das oft läuft, dass gerade diese Wetterlage immer für Überraschungen gut ist. Positiv gesehen. Und sollte es doch mal regnen (was es auch manchmal für einen Moment tat), hatten wir die entsprechende Kleidung mit Kaputze an. Außerdem sagte schon meine Oma mir früher als Kind: „Du bist nicht aus Zucker!“. Wie immer, die positiven Seiten waren deutlich größer, der Himmel so wundervoll wechselnd. Und dadurch hatte ich auch Motive ohne Ende. Eine wunderbare Luft, Stille… . Stille?? Genau bis auf einmal wie auf Kommando Rasenmäher und Trimmer ihr „Konzert“ begannen, alles Misstöne! Aber na ja, wann ist schon alles perfekt. Das Kloster war an dem Tag auch zum Besuch geöffnet, der einzige Wunsch dabei, bitte, Stille wenn wir in den Gängen sind. Um die Athmosphäre aufnehmen zu können und die Schatten der Mönche zu sehen.

Kloster Chorin, Innenanlage
Die evangelische Klosterkapelle
Lucy ist ganz versunken in der Vergangenheit der Mönche und Ideen für kommende Romane…

Und gerade, von innen, ein wundervolles Ensemble das ganze Klostergelände. Auch hier wieder so vieles zu entdecken. Und wenn man sich beim Besuch die Ruhe nimmt, wie wir, zum Schauen, wird man viel entdecken. Zum Beispiel dass fast alle Verzierungen und rundförmigen Fenster auf dem ersten, flüchtigen Blick gleich aussehen. Und beim genauen Hinsehen wird man doch unwahrscheinlich viele Unterschiede sehen. Da waren wahrhaft kreative Menschen am Werk. Eigentlich könnte man als Fotograf hier tagelang arbeiten und der angebotenen Menge nur zum Teil gerecht werden. Aber ich halte es wie Theodor Fontane. Aus der gebotenen Vielfalt wie ein Wanderer einige Ähren aus dem Feld der Fülle zu zupfen. Auch Lucy war dem Zauber sofort verfallen und wer sie beobachtete konnte sehen dass sie mit ihren Gedanken in der Zeit der Mönche weilte. Das ging sehr gut, denn unser Wunsch der Ruhe hatte sich erfüllt. Beim Betreten des Geländes schwiegen, wie von Koboldhand gestoppt, die Krachmacher. Nur, das hatte weniger mit uns zu tun, es war wohl Mittagspause. Wir kauften uns im Café noch je einen heißen Holundersaft mit Honig und labten uns an dem göttlichen Getränk.
Vor dem Parkplatz zeigte sich noch eine üppige naturnahe Wiese in aller Pracht vor schönsten Wolken. Hier ist (noch) keiner auf die Idee gekommen, auch diesen langweiligen „Golf-Rasen“ anzulegen. Der ist ja leider, weltweit, zum Synomym von „Ordentlichkeit und Sauberkeit“ geworden. Kurz, langweilig grün und ohne das geringste Leben. Aber in dieser schönen Prachtwiese summt und brummt es so richtig, hier darf Biene und ihre Kumpels, Verwandten, die Käferschaft und alle sein. Sie sind mehr als willkommen. Es ist zum Glück langsam „durchgesickert“, wie lebenswichtig, gerade auch für UNS!! diese kleinen Gesellen sind. Und damit es sie wieder und weiter gibt, sind blühende Randstreifen und wild wachsende Wiesen wichtig. Ich hab selbst auf meinem Balkon nur Pflanzen gesät, die Insekten erfreuen werden. Und Lucys Zaubergarten ist ein Paradies für alle Kleinlebewesen und dadurch erst recht für uns Menschen. Es gibt viel zu tun. Helft bitte mit.

Und im nächsten Blog gibt es einen, im wahrsten Sinn des Wortes, beschaulichen Abstecher ins schöne Brodowin und seinem Kleinen Rummelsberg. 🙂

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