Die Briese im Briesetal des Naturpark Barnim

Unterwegs sein mit der Kamera im Naturpark Barnim war für mich für einige Jahre eine sehr gern ausgeführte Auftragsarbeit der Naturparkverwaltung mit ihrem jetzigen Sitz in Wandlitz. Und dazu kam es zufällig, wie es öfter mal im Leben so spielt. Eine langjährige Mitarbeiterin, die Frau K., saß in der Notaufnahme des Oranienburger Krankenhauses. Und dort beruhigten sie etwas die Landschaftsfotos aus dem Oberhavelkreis, die dort an verschiedenen Wänden hingen und zum Teil noch jetzt hängen, wie ich 2019 dort gesehen habe. Alte Bekannte nenne ich das immer wenn ich irgendwo Bilder von mir sehe. Und meine Landschaften, im Passepartout und gut gerahmt, hatte der Chef vor vielen Jahren, als ich noch mit der Plattenkamera und Film die Gegend unsicher machte, erworben. Die gefielen Frau K. sehr und trösteten sie ein wenig über die schwierige Zeit dort hinweg. Später, es war wieder alles gut, gingen ihr die Bilder nicht aus dem Sinn und sie hätte gern gewusst, wer sie gemacht hatte. Klar, die waren sogar von mir handsigniert, aber mal ehrlich, diese Signaturen von mir passten dort gut ins Umfeld, manch einer nennt sowas „Doktorschrift“, also unlesbar 😉 . Und zu der Zeit war an schnelle Infos aus dem Internet lange nicht zu denken. Trotzdem hatte ihre beharrliche Suche Erfolg, sie hatte meine Telefonnummer und irgendwann verabredeten wir uns zum ersten Treffen. Frau K. war ein anspruchsvoller Mensch und wusste um die Wirkung richtig guter Bilder bei anderen. Und sie war im Naturpark Barnim tätig. Um es kurz zu machen, ich übernahm für viele Jahre vom Naturpark Fotoaufträge und lernte dadurch sehr viele schönste Gegenden kennen, wo ich sicher so nie hingekommen wäre, weil ich sie nicht kannte. Die Bezahlung war mäßig, aber für mich immer eine willkommene Auszeit, in der ich in meinem liebsten Metier, der Natur- und Landschaftsfotografie, unterwegs sein konnte und mal weg vom Alltagsstress mit seinen Sorgen. Ich hatte vollkommen freie Hand. Mir wurden Gebietswünsche angetragen und ich sollte bringen, was mir da so auffällt. Ihr und einigen anderen vom Naturpark gefielen meine Arbeiten und so setzte sich die gute Zusammenarbeit sehr lange fort. Bis ins Zeitalter der digitalen Fotografie. Es wurden in der Parkverwaltung wohl öfter mal Stimmen laut, dass man doch keinen Fotografen beauftragen und vor allem bezahlen muss, das könne man ja selbst erledigen. Und da hatte ich aber in Frau K. eine heftige Verfechterin für gute Fotografie. Mit dem Wissen, das mitunter ein einziges Bild, wenn es sehr gut ist, Seele und Ausstrahlung besitzt, mehr bewegen kann als zig mal Vorträge oder eben die berühmten tausend Worte. Und ja, wenn mir das Schicksal was mitgegeben hat, dann sicher die Gabe für gute Bilder. Und sie hat es erkannt und genutzt. Wäre schön wenn so etwas öfter passieren könnte. Nun, es kam wie es immer kommt, es gibt immer Veränderungen. Und so war es fast unbemerkt geschehen, dass Frau K. in den Ruhestand ging. Und kurz davor hatte sie mich nochmal eingeladen, eine Tagesrundreise durch große Teile des Naturparks im „Schnelldurchlauf“ zu absolvieren. Leiter der Exkursion war Dr.G., wir waren uns sympatisch, so war jedenfalls von meiner Seite der Eindruck. Und es war für mich ein fantastischer Tag mit vielen Erlebnissen. Und Bilder sind auch viele dabei entstanden. Das war am 09.09.2009, krasses Datum, was? Und ja, der Nachklang war dann auch krass. Seitdem waren die Aufträge, ja die gesamte Zusammenarbeit passé, Feierabend. Schade, hab das sehr bedauert und weiß bis heute nicht, wem ich da womit auf die Füße getreten bin. Nun ja, ist lange her, der Naturpark selbst ist ja zum Glück nicht weggelaufen und hat mir seitdem wunderschöne Erlebnisse und beste Bilder geschenkt.

Willkommen im Briesetal, ein Lichtblick im Frühling

Diese ganze Geschichte mit freudigsten Erlebnissen und auch etwas Wehmut ging mir so durch den Sinn, als ich mir Gedanken machte, was ich nun zu unserer letzten Frühlingswanderung durch das schöne Briesetal alles schreiben will. Und habe damit einfach mal die neue Geschichte begonnen. Das Briesetal, nördlich von Berlin, ist ein natürliches Kleinod und Schutzraum für sehr viele, zum Teil seltene, Pflanzen und Tiere. Es ist also doch ratsam, diese Gegend mit Bedacht und Respekt zu betreten und zu durchwandern. Ruhig öfter mal innehalten, den Blick schweifen lassen und die Nase in den Wind stecken. Es ist eine sinnliche Erfahrung, und das wörtlich, denn alle Sinne werden spontan angesprochen und gut gereizt.
Wir stellten mein Auto auf dem Parkplatz in Briese in der Nähe der dortigen Waldschule ab, ich schnappte meine leichte kleine Fotoausrüstung und Lucy nutzte ihr Handy für Notizen in Wort und Bild. Zuerst durchquerten wir, am Briesesee vorbei, den Naturpfad. Überall sah man das Erwachen der Natur und sogar eine Drossel beobachtete unser Tun. Herr Schwan präsentierte seine ganze Pracht im schönsten Gegenlicht. Ein Erpel macht sich schick für seine Braut, ein Fink dagegen gähnte einfach nur etwas schläfrig. Und die Kätzchen stehen in vollster Pracht im Licht, ach, herrlich das erleben zu dürfen.

Sonnenglitzern im Wiesentau

Zurück und am Parkplatz vorbei, geht es jetzt direkt zur Briese, die sich durchs gleichnamige Tal schlängelt. Halt, schlängeln war an vielen Stellen einmal. Es hat sich eben so viel verändert wie das im Fluss der Zeit oft der Fall ist. Nun ist hier auch schon länger der Biber fester Bewohner und er macht, was Biber eben so machen. Baut unter anderem Dämme, damit sein Heim so ist wie er es braucht. Somit gibt es nun nicht mehr nur die Briese sondern viele kleine Seen im Erlenbruch. Herrliche und urwüchsige Natur. Und neue Gäste oder sogar Bewohner, ich weiß nicht ob sie nur im Durchzug mal für eine Weile hier rasten oder ansässig werden. Wir haben die Schellente als Paar erlebt, IHN habe ich sogar mal kurz vors Tele bekommen. Und dann sahen wir kurz einen schön farbigen und sehr nervösen „Flieger“, den ich zu Hause im Bestimmungsbuch als Gebirgsstelze erkannt habe. Noch nie gesehen vorher, vor allem nicht in unserer Region. Wohl doch ein Zeichen, dass auch Gutes in unserer Welt passiert, dank der hervorragenden Arbeit und Mühen der Naturparkarbeiter. Wir schafften es bis zur Hubertusbrücke, dann merkte ich dass meine Kraft leider endlich ist. Die Krankheit fordert eben ihr Tribut. Und so machten wir uns wieder auf den Rückweg, mit guten Pausen zwischendurch denn es drängte uns ja nichts. Wir hatten uns dann noch über Buschwindröschen unterhalten und uns gewundert, dass hier keine wachsen. Hatten es auf den vielleicht zu sauren sumpfigen Boden geschoben. ABER, es war sicher doch ein Koboldscherz, denn nur nach zwanzig Metern standen wir vor großen Teppichen dieser zarten und schönen Pflanzen. Hier stimmten sicher am Besten die Vorraussetzungen für ihr gutes Gedeihen, denn es waren lichte und sonnige Plätze. Erschöpft am Auto angekommen, waren wir doch glücklich, diese Stunden erleben zu dürfen. Wer etwas genauer über das Briesetal und den Naturpark Barnim erfahren möchte, dafür nun die Direktlinks dazu von mir. Und für alle, die es nicht wissen, wenn im Schriftbild sich bei Worten die Farbe ändert, bitte draufklicken, denn das ist gleichzeitig der Link für die weiteren Seiten und Infos. Nun noch ein paar abschließende Bilder. Ich würde mich freuen wenn Ihr genauso viel Freude beim Ansehen habt wie wir beim Erleben in der herrlichen Natur 😀

Bieberstaudamm
Oooops, eine Tafel am Gedenkstein vom „Tag des Waldes 21.3.1993“. Er wurde damals im Beisein vom ehemaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und weiteren politischen Persönlichkeiten zum „Tag des Waldes“ eingeweiht. Und unten rechts im Bild „alte Bekannte“ 🙂 Der Typ links hinter dem Jäger, mein Freund und langjähriger Kollege von der MAZ, Robert Roeske, rechts daneben mit Kamera im Anschlag, meinereiner himself, damals für den OGA tätig. Manno, waren wir da jung 😀 😀
Gestaute Briese und Erlenbruch
Entdeckt, die Schellente
Paarung macht auch müde 😉
Briese im Erlenbruch
Zum Abschluss flog ein herrlicher Bussard über den Weg und setzte sich auf einen Ast über uns, passte wohl auf, dass wir nun wieder fortgingen 😉

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