Der Naturpark Barnim
Im Internet, sogar bei Facebook (was ich immer mehr gar nicht mag), gibt es zum Glück auch viele gute Überraschungen. Patricia hat mich letztens auf eine Fotografin aufmerksam gemacht. Die fotografiert mit Leidenschaft und Lebensfreude im Peak-Destrict in Groß Britannien. Genauer ein Nationalpark in Zentralengland. Und deren Landschaftsbilder aus dieser Region, in der sie auch lebt, haben mich spontan begeistert ob ihrer natürlichen Einfachheit und Ehrlichkeit. (Ihre Website,klick: „Peaklass“ ). Schön, dass es solche Menschen gibt, finde ich.
Das Erlebnis hat mich auch wieder wach gemacht, die Sommer-Brämigkeit von mir abgeschüttelt. Denn ihre Bilder haben mich an etwas tief erinnert, so tief, dass es mich wie ein Pfeil traf. Meinen eigenen Auftrag, was ich mir vor so vielen Jahren vorgenommen hatte. Und leider so ziemlich (fast) aus den Augen verloren hatte. Zu viele Erlebnisse, schlechte Erfahrungen und vor allem, tiefe Enttäuschungen, haben mich ausgebremst. Und ich hatte es zugelassen. Ich meine dabei nicht die Beziehungskrisen, nein.
Ich hatte mich nach meiner Zeit als Pressefotograf (und begann schon als ich noch dabei war), in einer Leere befunden. Wie man früher scherzhaft sagte, was heute noch im Zeitungspapier eine „wichtige“ Meldung war, ist morgen nur noch zum Einpacken gut. Und auf dem „Herzhäuschen“ kann man sich damit den Arsch wischen.
Zumal im Zeitalter des Internets hat sich die Zeitung doch überlebt. Selsbt die so wichtigen Anzeigen, die man ungefragt reingehauen bekommt, will keiner wissen …
Das war in den 1990er Jahren. Mit im Auto, vor allem in meinen wenigen freien Tagen, hatte ich die Plattenkamera mit Farbfilm. Um in Ruhe meine ersten richtigen Landschaften zu komponieren. Später bekam ich in der Veltener Töpferei von Manuela Malenz in den großen Verkaufsräumen die Möglichkeit, meine erste Ausstellung mit Landschaftsbildern zu eröffnen. Eine schöne Sache, zumal das Oranienburger Krankenhaus eine ganze Serie davon ankaufte, um ihre Warteräume zu verschönern.
Dort saß dann zufällig einmal Marina Krüger im Warteraum der Intensivstation. Sie hatte mir das später bei unserem ersten Treffen erzählt. Ihr Mann war dort in intensiver Behandlung, sein Leben auf Messers Schneide. Und sie voller Angst. Sie meinte, meine Bilder an den Wänden, Landschafts-Bilder, alle aus der Mark Brandenburg, hatten sie etwas zur Ruhe kommen lassen. Und Hoffnung gegeben, dass alles gut werden würde. Und das klappte…
Sie machte mich ausfindig, erzählte mir diese Begebenheit und damit ihre Überzeugung, dass Seelenbilder wichtig sind in allen Bereichen unseres Lebens. Denn das Einzige, das nie stirbt ist die Hoffnung.
Sie arbeitete für den „Naturpark Barnim“ an präsenter Stelle. War mit dessen bildlicher Darstellung unzufrieden, sehr unzufrieden. Meinte, wenn man Menschen für den Naturpark gewinnen will, kann man es nur schaffen, wenn man ihnen dessen Schönheit und Verletzlichkeit nahebringt. Damit man weiß, was man da verlieren kann! Und sie war überzeugt, dass genau meine Bildsprache in den Landschaftsbildern diese Liebe ausdrückt. Was ich nur zu gerne bestätigt hatte.
Seitdem habe ich, für eine geringe Aufwandsentschädigung, für die Naturparkverwaltung Bilder aus dem Park gesammelt, mit meinen Kameras. Am Anfang war es sehr aufwändig. Ich entwickelte meine Roll- und Planfilme, ausschließlich Color, in meinem Labor. Und machte davon auch die Bilder. Und so füllte sich das Archiv. Um den Bogen zu „Peaklass“ zu bekommen, ich erkannte mich jetzt wieder in meiner damaligen und jetzigen Tätigkeit als Landschaftsfotograf. Die Landschaft muss nicht mit Künstlicher Intelligenz, grellbunten Farbverstärkungen und eingebauten Himmeln „aufgepeppt“ werden, oder „verschönt“, wie einige meinen.
Die Landschaft ist so schon fertig, wie sie ist, wunderschön! Wenn man in der Lage ist, ihr zuzuhören. Dann wird man sie verstehen, erkennen und schließlich Bilder mitnehmen dürfen, die ihr gerecht werden. Und so mache ich das immer, und ich freue mich, in Peaklass eine Seelenverwandte in einem ganz anderen, weit entfernten Land zu wissen. Zu wissen, es gibt sie überall, die ehrlichen Menschen, mit Freude und Leidenschaft.
Übrigens, Frau Krüger hatte mir oft erzählt, dass man mich und meine Bilder gern „abschießen“ würde, einsparen. Kann doch jeder. Und sie hat, Jahr für Jahr, darum wirklich kämpfen müssen, dass ich weitermachen durfte. Bis dann ihr letzter Tag war, im Jahr 2009, bevor sie in den Ruhestand ging.
Zusammen mit dem damaligen Naturparkleiter machten wir eine Rundfahrt und besuchten ihre Lieblingsorte. Auf einem Naturwachtturm in Biesenthal haben wir ihr mitgenommenes, leckeres Picknick genießen dürfen. Und ich dachte, ich hätte so auch dem Leiter etwas Vertrauen geben können, dass ich doch gar nicht so falsch bin 😉
Frau Krüger war dann weg, meine Aufträge auch. Auf der Naturpark-Website gibt es erstaunlicherweise noch Bilder die ich aufgenommen hatte. Zwischen so vielen mittelmäßigen und schlechten…
Für viele ist gute Fotografie nach wie vor nichts wert. Das ändert sich nie, und schon seit damals habe ich damit emotional abgeschlossen. Es ist schade um die verpassten Chancen. Und eine Freude, zu sehen, dass auch darin andere Länder besser sind. Nun sind die modernen Zeiten für mich genau richtig. Ich kann alles selbst machen, muss nicht um Veröffentlichnungen Kämpfen. Ich beherrsche alles Fachwissen um Kalender und andere Druckprodukte in bester Qualität herstellen zu können. Und das mache ich einfach, schon seit jahren, erfolgreich. Und seit 2021 zusammen mit meiner lieben Lebensfreudegefährtin Patricia Koelle. Die wundervolle Ideen beisteuert und oft Texte in ihren so schönen, einfach ehrlichen Stil.
Und so bin ich nie merh auf die Gunst irgendwelcher bräsigen Leute angewiesen, die eh nichts verstehen. Ich mache einfach, was ich schön finde und setze es in unseren Internetshop. Und siehe, es gibt so viele da draußen, die das mögen und erwerben. Eine bessere Bestätigung (obwohl ich die nicht benötige für mein Tun) kann ich mir nicht vorstellen.
Dafür auch mal ein ganz großes DANKE!!! dass Ihr da und an meiner Seite seid.
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Lieber Frank,
danke für den Ausflug in diese Wunder-volle Landschaft! Die Fotografien vermitteln die Stimmungen so gut,
das ich mich in die Landschaft hineinversetzt fühle.
Eine Urlaubs-Auszeit im Alltag…so wertvoll.
Ganz herzlicheb Grüße
Hildegard
Das freut mich sehr, dass es so gut gefällt, liebe Hildegard.
Herzliche Grüße
Frank