Kurze Tage im Winter, gut für Arbeiten, die immer schon mal getan werden wollten und durch Termine verschoben werden mussten. So ja auch die Blogs, aber nun stehen sie und können gefüllt werden. Schönes Gefühl, endlich kann ich mal alle Ideen verwirklichen und Bilder zu den verschiedensten Themen zeigen.
Zur Zeit bin ich in mancher freien Minute in einem dicken Bildband von Linda McCartney mit dem Titel „Die 60er Jahre – Portrait einer Ära“ unterwegs. Genau an meinem 6. Geburtstag, am 24. Juni 1966, hatte diese Frau auf einem Schiff in New York das erste Mal das Glück, die „Rolling Stones“ bei einem Pressetermin als einzige zugelassene Fotografien vor die Linse zu bekommen.
Vor allem die Schwarz-Weiß-Aufnahmen der verschiedensten Bands und Sänger dieser Zeit in diesem Buch sind ein Genuss. Nicht zu vergleichen in der Qualität mit den heutigen von Einigen auf „Pseudo-Analog“ gepushten Digitalbildchen. Oder noch schlimmer: Wenn mit der digitalen Fotografie aufgewachsene Fotografen auf einmal auf „richtig analog“ umstellen, richtige Filme verwenden, die entwickeln, und… SCANNEN! Dabei wird auch ja kein Negativ entstaubt, manchmal sogar noch Kratzer hinzugefügt um das Analoge zu betonen, zu beweisen. So ein trübes Bild mit einem fetten Fussel durchs Motiv, Yea!! Das ist analog, so haben die das früher gemacht 😉 Äh ähh, nö, haben die gar nicht! Im Gegenteil, sogar bei der ganz fixen Pressearbeit gehörte das Netzmittel für den Film, um das Wasser sauber ablaufen zu lassen ebenso selbstverständlich dazu wie der Staubpinsel, mit dem vor jedem Vergrößern das Negativ noch mal kurz abgeputzt wurde. Fotoabzüge mit fetten Fusseln hätte mir jeder Bildredakteur sauber um die Ohren gehauen. Diese Selbstverständlichkeit gehörte natürlich auch später zum sauberen Scan.

Für meine erste Fotoausstellung vor vielen Jahren hatte meine Frau noch die Ausfleckretusche für die vielen Ausstellungsprints übernommen, denn da sollte einfach kein Fussel oder Staubkorn drauf sein. Das war aber auch Standard. Selbst ein Robert Capa hätte „seinen“ (berühmten) Fotolaboranten Pierre Gassmann solche Schludrigkeit stark verübelt.
Allerdings ist mir das sowas von egal, wie jeder seine Bilder herstellt und präsentiert, vermarktet, aber er sollte bei der Wahrheit bleiben und nicht so einen Unsinn zum Standard erklären…
Sei´s drum, jetzt komme ich fast vom Thema ab 😉 Allerdings sind die Drucke in diesen Büchern auch deshalb so phantastisch unnachahmlich schön weil diese nicht von gescannten Negativen hergestellt wurden sondern von sauber ausgearbeiteten Schwarz-Weiß-Abzügen. Und dazu gehörte schon eine gute Übung und Können, dazu aber mal später mehr in meinen anderen Blog Märkischeslicht .
Jedenfalls habe ich immer beim Betrachten der Bilder in dem Bildband den Wunsch „Mensch, das musst Du auch mal machen“, aber hey, hab ich doch schon gemacht. Zwar nicht die Beatles oder die Stones, aber hier und da eine Band. Nicht die Berühmheit ist wichtig sondern die Leidenschaft des Spielens. Und 2011 war ich sogar mal bei einer Probe der Oranienburger Band „Plekwek“ in ihren Proberäumen dabei. Es wurde viel gesponnen und gelacht, auf einmal hatte George seine Gittarre in der Hand und spielte ein paar Riffs. „Wenn der bei seiner Musik ist, ist der nur noch bei seiner Musik, dann ist der in einer anderen Welt…“ hatte ich schon mal gehört, und wirklich, genau DEN Eindruck hatte ich auch. Wiesel hatte statt seiner Zigarette auf einmal den Bass zwischen den Fingern, am Schlagzeug machte Mac Dave seine Trommelstöcke warm und Sonne gab das Startzeichen. So begann die Probe, ich ließ mich einfach einfangen und staunte nicht schlecht dass sich auf einmal meine Kamera in meine Hände „geschmuggelt“ hatte, denn ich wollte doch nur mal schauen und keine Bilder machen. So entstand die vorliegende Serie, erst hatte ich sie in Farbe hergestellt, aber irgendwie passte das nicht, war hier Schwarz-Weiß genau das richtige Stilmittel, nur noch hell und dunkel, Kontrast, schönste Grautöne, hach, für so ein Thema liebe ich Schwarz-Weiß. Genau für solche Motive vermisse ich den Film und das grüne Licht der Dunkelkammer, die Schalen, in denen im Entwickler auf dem Papier langsam wie von Zauberhand das Bild erschien…
Ja, ich habe hier digital gearbeitet und möchte trotz aller nostalgischen Gefühle das moderne Arbeitsgerät nicht missen. Hohe Empfindlichkeiten mit 6400 ISO, mit Film nur ein unerfüllbarer Traum. Hier konnte ich selbst schnellere Bewegungen von Mac Dave recht scharf ohne Blitzlicht mit Atmosphäre einfangen.
Ich finde die Bilder super und verdammt ehrlich. Sie zeigen Euch, Plekwek´s, so, wie Ihr seid, wenn auch mal nicht in Uniform und recht leger. Seit nicht sauer dass ich sie hier nach außen bringe, ich bin mir sicher Eure Fans werden Euch dafür noch mehr lieben.

Let´s Rock… 😉

UPDATE: Leider hat es einen Wechsel in der Besetzung gegeben.