Es gibt sowas. Einen Ruf, den man nur selbst hört, intensiv, nicht laut aber drängend. Und wenn man ihm nicht nachgibt, trägt man ständig das Gefühl mit sich, etwas Wichtiges verpasst zu haben. Bin ich ihm gefolgt wurde ich immer belohnt. Nicht mit Geld oder Gold, nein, aber mit einer sehr zufriedenen Seele.

So auch vor zwei Tagen. Es war wieder dieses Wetter, das allgemein als „schlecht“ bezeichnet wird. Dabei weiß ich doch schon sehr lange, dass es das nicht gibt, schlechtes Wetter. Nur haben wir Menschen leider gelernt nach Klischees zu leben und zu denken. Und obwohl ich in meinem Leben nie ein Herdenmensch war, meinen eigenen Kopf mit eigenen Gedanken hatte, habe ich mich in den letzten Jahren auch darin verloren. Leider, ja. Nun bin ich seit fast einem Jahr dabei, mein Leben neu zu ordnen, erinnere mich langsam auch an allem was mir Freude bereitet hat und wichtig war und ist. Und sei es nur der Morgentee statt Kaffee. Und wisst Ihr wie schön es ist, wenn man Geschichten liest, sich darin selbst wiederfindet, an seine schöne Kindheit und an Träume, die man verloren hatte, erinnert wird? Es ist tatsächlich als ob man einem Jungbrunnen entsteigt, einem Jungbrunnen für die eigene Seele. Ist mir passiert und ich fühle mich schlagartig wohl, wohler als vor kurzem noch. Mein Kopf sprüht vor Ideen, ich habe wieder Mut etwas Neues zu beginnen. Habe ich doch noch vor kurzem an jedem Tag die Angst vor einem Rückfall in meine Herzkrankheit gehabt, so ist das jetzt wie fortgeblasen von einem frischen Seewind. Ich hab es sogar zu einem Sonnenaufgang mit Schnee in Kremmen geschafft, endlich, seit Monaten das erste Mal.

Ja und so war es eigentlich klar, dass ich auch wieder in der Lage war das Rufen zu hören. Ich wurde ganz kribbelig. Draußen regnete es und so zog es mich und meine Kamera genau in den Briesewald, einem Gebiet, wo die Natur noch natürlich sein darf. Aussteigen, durchatmen und den typischen Waldgeruch, den ich so liebe, aufsaugen. Mit jeder Faser, jaaa. Der Weg war das Ziel, ich ließ mich treiben, sah so viele schöne Dinge. Durch die Nässe zeigt die Natur auch im trüben kräftige, gebrochene Farben, ja, eine Farbenpracht. Durch den kalten Boden und der relativ warmen Luft bildete sich Nebel, perfektes Licht für Märchen und Sagen. Ich wurde oft von einer Elfe zart gebremst um nicht die schönen Bilder zu verpassen. Die Kobolde sind da etwas robuster, stoßen mich aufs Motiv und verschwinden ganz schnell im Bild mit einem herzhaften Lachen über den Streich mit diesem Menschen. Nicht viele Leute liefen mir über den Weg, aber meistens mit dem gewissen Lächeln und leuchtenden Augen beim Grüßen, wissend über das Erlebte. 

Ich denke es wird nun wieder öfter passieren, dieser Ruf. Ich werde auf jeden Fall hinhören und wenn er dringend wird, geht es wieder los. 

Nun wünsche ich mir, dass meine Bilder-Ernte ein wenig von meiner Stimmung zu Euch trägt. Es ist ja doch immer nur ein Abglanz des Erlebten, aber ich bin froh, ihn zu haben. Viel Spaß mit den Elfen und Kobolden 🙂

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