Im Zeesener Wald

Im Zeesener Wald

Nun wird es ja mal wieder Zeit dass hier neue Geschichten und Gedanken zu Themen des Märkischen Lichts in „meiner“ Mark Brandenburg entstehen. Wie Ihr wisst liebe ich unsere natürliche Umwelt wie mein zu Hause, am liebsten halte ich mich am Wasser auf. Aber gerade der Wald gehört doch auch zu den schönsten Orten, er kann von Depressionen befreien und bringt gute, andere Gedanken. Heute war eines meiner liebsten Wetterchen, Windböen und prasselnder Regen, das alles bei frühlinghaften 10 Grad. Also wetterfeste Kleidung an und los. Zumal sich „Mein Wald“ ja knapp 100 Meter vor der Haustür befindet. Als Begleiterin wälte ich für diesen Stundentrip meine treue D800 und bestückte sie mal wieder mit meiner 50mm manuelle Festbrennweite. Das hatte Auswirkungen, aber Technisches zum Schluss 😉
Nun ist unser Wald hier nicht vergleichbar mit den typischen und bekannten Märchenwäldern Deutschlands, die es auch in Brandenburg gibt. Ich meine die mit den großen Laubbäumen, Baumriesen die Geschichten erzählen könnten. Der Boden besetzt mit Jungwuchs, Altholz und alles gedämpft durch einen weichen Moosteppich, der im Sommer zu einer gemütlichen Rast und einem Nickerchen einlädt. Nein! So einer ist das hier nicht, es ist ein sogenannter Nutzwald, sprich, durchsetzt fast nur mit der zum „Stangenwald“ gezüchteten Kiefer. Und die leider auch schon zu Hauf grell-pink markiert. Immer die, die dann genutzt, sprich gefällt werden sollen. Nicht so schön aber nicht zu ändern. Trotzdem, auch das ist Natur und Wald ist einfach erholsam. Und so habe ich mich immer langsamer und auf abgelegenen Pfaden hindurch bewegt. Immer wieder innegehalten, den fallenden Tropfen auf meiner Kaputze und dem Wind gelauscht. Und dabei gemerkt, wie langsam die Seele heilt. Nebenbei die alten Bekannten, die Rehe, begrüßt. Und ein sich sicher fühlendes Wildschwein durch mein Erscheinen erschreckt. Weiß nun nicht ob es mein heutiges waldschratmäßiges Aussehen war, tschuldigung! 😉
Und je behutsamer ich durch die Gegend schlich umso mehr schärfte sich wieder mein Blick für die schönen Details. Klar, es sind keine Meisterwerke, die man sich an die Wand hängt oder in Bildbände packt, entstanden. Doch ich habe mich mal wieder zunehmend wohl gefühlt beim Tun, Geist und Sinne wurden erfrischt.
Und dabei kommen Gedanken: Wir Menschen sind eigentlich zuviel auf der Welt. Die Natur kann sehr gut ohne den Menschen auskommen, bestens sogar! Aber wir Menschen, und das sollte sich jeder ganz groß irgendwo hinschreiben, gehen ohne den natürlichen Lebensraum zu Grunde. Unausweichlich! Und so verstehe ich es einfach nicht, mit welcher Arroganz sich immer noch Menschen als die Krönung der Schöpfung halten. Wie dumm kann man denn sein?? Wenn nicht JEDER!!, und sei es nur im Kleinen, etwas dazu tut diese Natur zu erhalten, wird es langfristig keine Nachfahren mehr geben. Ich hoffe ganz stark dass irgendwann bevor es zu spät ist, die Vernunft gewinnen wird. Mein kleiner Beitrag soll sein, mit dem Zeigen der noch so kleinen erhaltenswerten Schönheiten der Natur immer mehr Menschen genau dazu zu sensibilisieren. Und Gott sei Dank bin ich dabei nicht allein. So viele hervorragende, vor allem auch junge, Menschen, interessieren sich dafür, was unsere Existenz ausmacht, und es werden immer mehr. Und jeder der begriffen hat wie empfindlich und zart dieses Gebilde ist, wird am Erhalt mittun. Das ist und bleibt meine Überzeugung. Und mein fester Glaube. Gott wohnt in allem natürlichen. Die Kathedralen des Glaubens sind keine Kirchen sondern die Erde, das Wasser, die Berge, die See, der Himmel und vor allem unsere Wälder mit all seinem Leben drin. Lasst es uns beschützen…

Technischer Nachsatz: Wenn man gewöhnt ist mit Optiken zu fotografieren, die diesen VR-Antwackel haben, wundert man sich mit solch einer Optik schon stark, wie zitterig man doch im Alter wird. Mein lieber Schwan, was ich da an Ausschuss zusammengetragen hatte, Ausschuss in Form verwackelter Aufnahmen. Und das bei 1600 ISO. Und an den Autofokus habe ich mich auch schon schön gewöhnt, ganz zu schweigen von der optischen Güte der modernen „Gläser“ 😉 Und trotzdem, es hat solchen Spaß gemacht. Ohne Zoom. Passt der Ausschnitt nicht, geht kein Dreh am Zoomring, man muss sich immer und immer bewegen. War sehr lehrreich und erfrischend. Hier nun die ganze Ausbeute in Form einer Galerie. Würde mich sehr freuen wenn ich etwas von meinen Gefühlen vor Ort in den Bildern vermitteln kann. Viel Spaß beim Schauen 🙂