Blick nach Gransee mit seiner Marienkirche

Blick nach Gransee mit seiner Marienkirche

Zugegeben, das Wetter ist in diesen Wochen nicht unbedingt in der Lage, einen Fotografen zu einer Fotofahrt ins Land zu verleiten.  Aber mir geht es da wie den Herrn Fontane, da hat man sich verabredet und schwelgt schon in Vorfreude gedanklich darin, was einem dann erwarten wird. Eine Fahrt nach Zernikow und Kraatz im Granseer Land. Und die Kamera kommt sowieso mit 😉 .
Und an allem war Facebook „schuld“ 😉 , da kann man ja drüber denken was man will, aber wenn man bei Benutzung dieses Dienstes immer schön alle sieben Sinne beieinander behält kann da ja nichts groß schiefgehen. Und mir hat der Dienst mit meiner Seite „Märkisches Licht“ mittlerweile über 1600 Fans beschert, Tendenz steigend. Da sind Leute aus allen möglichen Winkeln dieser Welt dabei, aber, und das freut mich ganz besonders, auch immer mehr aus dem Brandenburgischen. Und viele die sich in unser schönes Land verliebt haben. Da passiert es auch immer mehr, dass ich in Kontakt mit netten (wirklich netten!) Menschen komme, gute Unterhaltungen pflege. Aber nichts geht über persönliche menschliche Kontakte. Und so verabrede ich mich, wenn es meine knappe Freizeit erlaubt, mitunter einfach mal so mit Leuten, um sie persönlich kennen zu lernen, um zu sehen wer hinter der Facebook-Seite als Menscht steckt. In Zernikow, im ehemaligen jetzt wieder renovierten Gutshaus arbeitet der Walter Kirste in einer Firma, die Webdienste, speziell touristischer Art, anbietet. Auf der Hinfahrt gab es das typische Brandenburgische Winterwetter: Eigentlich zu warm, stürmisch das sich die Bäume biegen und dadurch doch recht kalt. Ein fahler, grauer Himmel und ganz am Horizont ein immerwährender Lichtstreif, leicht gelblich, nicht von dieser Welt. Man hat das Gefühl, es senkt sich ein riesiger Deckel auf das Land, der aber nie ganz nach unten kommt. Und ich, ich liebe dieses Licht, diesen frischen Wind, obwohl der so kräftig am Menschen und der Kamera mit Teleoptik rüttelt, dass es pro Motiv eine ganze Menge Aufnahmen bedarf, um wenigtens immer EINE scharfe dabei zu haben. Manchmal mag ich die Freiheit, auch mal ohne Stativ einfach in der Gegend „rumzuknipsen“ 🙂 . So sind mir ein paar Aufnahmen von Gransee, dessen wuchtige Marienkirche weithin als Erkennungszeichen ins Land ruft, und einige Landschaften um Zernikow gelungen. Sogar scharf 😉 .
Die Gespräche mit Herrn Kirste und Geschäftsführer Herrn Flegel von Kirste Internet-Service GmbH bei einem schönen heißen Kaffee waren sehr angenehm und fruchtbringend für beide Seiten. Die Zeit verging wie im Fluge und es war abzusehen dass ich zu meiner zweiten Verabredung in Kraatz zu spät kommen würde. Meine Lokalkenntnis, in siebeneinhalb Jahren Tätigkeit in der MAZ, vor der Wende, war nun doch schon so getrübt, dass ich auch noch einen kräftigen Umweg fuhr. Als ich dann von Häsen nach Kraatz rollte, gerade einen Wolkenbruch überstanden, zeigte sich rechterhand ein riesiger und doppelter Regenbogen. Mann, zuckte es gleichzeitig in Fotohand und Bremsfuß, aber kurze Überlegung und schon wurde er wieder zum Gasfuß und weiter gings. Ich war ja schon eine halbe Stunde zu spät, das wollte ich nicht noch ausbauen. Noch etwas Suchen, dann fand ich das etwas einsam stehende Gehöft von Autor Harald Hillebrand und seiner Frau. Da gibt es auch den sicher schon bekannten Kraatzer Kulturgarten. Den werde ich, wenn alle Umstände mit mir gut sind, extra besuchen und ausführlicher drüber berichten. Jetzt gehts mir um den Autor. Der schreibt nämlich Krimis. Ich mag (nicht nur!) Krimis; ABER! , er schreibt Krimis, die im Landkreis Oberhavel spielen und das ist schon geil! Drei an der Zahl gibt es schon auf dem Markt, ein vierter Teil ist in Arbeit. Da man diese Bücher über Amazon erwerben kann, hat man dort gleich mal die Möglichkeit zu einem „Blick ins Buch“. Finde ich immer super für einen ersten Eindruck, da kauft man nicht „Die Katze im Sack“. Und ich fange gern bei Teilen mit dem Ersten an, hab mir „Ochsenblut“ angelesen und war gleich so tief im Geschehen, dass ich richtig sauer war, weil die Probe ihr viel zu schnelles Ende gefunden hatte. Ist selten, dass mich ein Buch so schnell fesselt. Und ich habe auf seiner FB-Seite (wir haben uns dort kennen gelernt, weil er anfing meine Bilder zu mögen, und ich schaue mir gern immer an, wer denn da auf meiner Seite meine Fans sind), also auf seiner Seite leicht im spaßigen Ton das eben erlebte kundgetan und dass ich sauer war dass es nicht weiter ging. Da hat er gleich drauf geantwortet, dass er mir ja ein Buch schicken könnte. Darauf ich, dass ich sowieso ins Granseer Land will und vorbeikommen könnte. Bei der Gelegenheit wollte ich gern das Buch, natürlich auch mit Widmung 😉 , mitnehmen.
Und nun parkte ich mit kräftiger Verspätung vor seinem Haus. Er schaute aus dem Fenster, abwartend und zurückhaltend. Wir trafen uns dann im Hof, machten uns das erste Mal „in Echt“ bekannt und dann zeigte er mir das Anwesen. Ich kann nur sagen, Traumgrundstück, und Glückwunsch. Eine weite Sicht ins Land, der riesige märkische Himmel und überall das typische märkische Licht, das ich so mag. Ein großer Garten mit Obstbäumen, restlicher Grünkohl wartete darauf, ein schmackhaftes Mahl zu werden. Am Liebsten hätte ich sofort die Kamera aus den Rucksack geholt und losgelegt, ich sah unentwegt Bilder. Aber eine innere Stimme tröstete mich, wenn es sein soll wird sich die Möglichkeit nochmal ergeben. Und Harald Hillebrand ist nicht der Typ, der einen gleich mit „netten“ Wortschwällen unterlegt um den Hals fällt. Das fand ich sehr sympatisch. Bei den Kaffees und einigen Stunden in seinem Arbeitszimmer, wo der Gesprächsstoff überhaupt nicht ausgehen wollte, wurde er mir immer sympatischer, aber es wurde für mich dennoch Zeit langsam aufzubrechen. Wir haben so viele Gemeinsamkeiten gefunden, teilweise zurückliegend bis in die Kindheit und Jugend, unter anderem die Liebe zum Märkischen, zu Schriftstellern wie Beseler und seinem Klassiker „Käuzchenkuhle“. Natürlich kam auch das Thema Fotografie zur Sprache. Ich erzählte meine Irrwege bis ich meine erste Spiegelreflexkamera, eine Praktica in den Händen hielt. Darauf hin ging Harald zu einen Schrank und holte eine alte Praktica L2 mit einem 2,8/50er Tessar heraus und drückte sie mir in die Hand. Ich war voll von den Socken!! Genau so sah meine Erste aus, genau so! „Ich schenke sie dir, nimm sie mit“ war seine Antwort, mir fehlen immer noch die Worte, bin so sehr dankbar dafür. Ich habe ein Bild davon mit unten in die Galerie gestellt. Die Kamera werde ich wieder auffrischen und sie wird dann auch nochmal in einen Technik-Artikel hier im Blog eine Rolle spielen. Hinter Harald hatte man einen fabelhaften Fensterblick ins Land, der schmale Lichtstreifen am Horizont, der zwischenzeitlich Abendrot war, dämmerte mittlerweile ins grau-schwarze. Zeit sich zu verabschieden. Vorher erhielt ich noch mein Buch und eine kleine Widmung, die mich immer an unser erstes Zusammentreffen erinnern wird. Danke!
Den ersten Band habe ich in eineinhalb Tagen geschafft, ich habe mir einfach mal einen Tag frei genommen um nur zu lesen und Tee zu trinken. Dann gleich den zweiten Band bestellt, im Moment steckt meine Nase oft im Dritten. Das dauert jetzt etwas länger weil ich nicht soviel frei machen kann, an Spannung und interessanten Seiten haben die Krimis nie was eingebüßt. Und das Schöne, die Handlungen spielen fast „um die Ecke“, ich kenne die Gegenden sehr genau und so hat man ständig Bilder der Originalschauplätze im Kopf, das ist „Kopfkino“ pur 🙂 .

Und zum Schluss noch die Titel: „Ochsenblut“, „Pfingstschleier“ und „Brand(t)helfer“. Viel Spaß 🙂

 

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