Fast ein Jahr lang hatte ich schon vor in die Rauener Berge zu fahren und mir einen Überblick zu schaffen. Angeregt von Fontanes „Wanderungen“ wollte ich dazu auch die Markgrafensteine sehen und fotografieren. Der Wetterbericht war am letzten Sonntag für das Vorhaben verheißungsvoll, Wechselwetter mit kräftigen Wind und Sonne mit Wolken. Genau mein Ding, nichts ist für mich in der Landschaftsfotografie langweiliger als ein glatt blauer Himmel. Wolken sind dagegen die Poesie. Und so fuhr ich gegen Mittag los, Ziel: Rauen. Im Internet war zudem von einem riesigen Aussichtsturm in der Nähe der Steine die Rede, ich war echt gespannt! Gut angekommen, die kiloschwere Ausrüstung angesetzt und los. Eine lustige Gruppe junger Menschen kam mir am Parkplatz entgegen. Auf die Frage nach dem richtigen Weg wurde mir eine schätzungsweise 20minütige Wegstrecke angesagt, mein Schreck dazu (ich dachte der Parkplatz war in unmittelbarer Nähe, wurde mit großem Humor erwiedert 😉 . Na ja, die Strecke hatte eine Länge von ca. 2km und es ging dabei stetig bergauf. Alles andere wäre auch unlogisch, zumal wenn man in die Berge fährt 😀 Nun denn, kurz vor dem Ziel sah ich die Steine, einer zersprengt wie Fontane vorrausgesagt. Der andere machte aber schon echt was her, was Größe und Form angeht. Und er sieht im Wald einfach prächtig aus. Nur schade dass es immer Deppen gibt, die alles beritzen und bekritzeln müssen. Nicht nur in Bäume, sogar in den Stein haben sich so etliche verewigt. Kaum waren die Bilder im Kasten wurde es fast unheimlich dunkel. Aber es war noch nicht Abend, die Wolkendecke war auf einmal dicht und tiefgrau. Und zum Glück ein überdachter Rastplatz in der Nähe. Einige andere Wanderer hatten ähnlich gedacht und so saßen wir alle schnell und sicher im großen Platzregen. Es sah so aus als ob damit meine Wanderung ein Ende haben sollte. Aber der Wetterbericht behielt recht, der flotte Wind schob den Regen erst mal beiseite und ich konnte weiter. Am Turm dann (1 € Eintritt am Drehkreuz) hatte es sich Petrus nochmal einfallen lassen mich kräftig zu necken. Eine Regenhusche bester Güte kam nochmal von oben und ich hatte nur ein schmales Dach am Einlass, aber so konnten ich Schlimmeres verhindern. Durchnässt im starken Wind, nee, das will keiner. Und zum Glück war ich allein, so hörte keiner meine ärgerlichen Flüche auf die Sparfüchse des Turmbaus, denn eine kleine Unterstellmöglichkeit am Turm wäre sicher noch im Budget gewesen. Einfach ein größeres Vordach am Einlass hätte gereicht. Aber keine Zeit für Ärger, die Sonne lachte auf einmal als ob es nie anders gewesen wäre. Und dann stieg ich empor, ein sehr anspruchvolles Unterfangen nach den 2 Kilometern. Und die Kiloschwere Ausrüstung musste ja auch mit hoch. 210 Stufen sind nicht zu verachten 😉 Der Rundumblick dann vom Turm allerdings entschädigt für alle Strapazen. Und so habe ich einige Bilder beigestellt, die nun nicht gerade künstlerisch wertvoll sind, aber doch spannend 😉 Ob nun der Fernblick nach Berlin mit 500mm Brennweite, die Rüdersdorfer Kalkwerke oder wie sich die Autobahn mal vorwitzig ins Bild stellt, auch der Blick zum Scharmützelsee oder nach Fürstenwalde, einmalig schön. Ich war sehr lange oben und konnte mich gar nicht sattsehen. Dann auf einmal der Blick nach Südwesten, sehr grau, sehr dunkel und man sah den Regen in Schwaden fallen. Und ich musste wieder runter und wusste um meine 2km-Weg-Strecke. Also nichts wie los, wenn man schon so viel Glück hatte, fordert man das Schicksal nicht heraus.
Auf meiner Rückfahrt hielt ich noch in Storkow, sah mir die schöne Kirche auch von innen an und genemigte mir in der Gaststätte „Zum Fass“ eine Erfrischung, die ich verdient hatte. Ich hoffe die Fotos können etwas von unseren Erlebnissen vermitteln, viel Spaß beim Schauen 🙂

 

3 Gedanken zu „LANDpartie in die Rauener Berge

  1. Da bekomme ich Lust, gleich noch einmal nach Rauen zu fahren. Deine wunderbare Reisebeschreibung macht zudem Lust auf mehr, viel mehr. Das Brandenburger Land hat wirklich eine Menge idyllischer Ecken und Deine Reiseberichte machen echt neugierig.

    • Na das freut mich doch sehr. Ja es war eine zauberhafte schöne Zeit. Nur wie immer, zu kurz. Ich liebe diese meine märkische Heimat sehr 🙂

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