… ist wie das Eintauchen in eine andere Welt. Hier gibt es noch das wilde Brandenburg und die Mitarbeiter vom Naturpark Barnim achten auch darauf, dass es möglichst so bleibt. Für mich ist so eine „echte“ Wanderung auch immer die erste und einzige Wahl für den Besuch des Tals, denn ich möchte genügend Zeit zum Schauen und Genießen haben. Viele schöne Blickwinkel und Details enthüllen sich dem Betrachter erst, wenn man den direkten Wanderpfad immer mal wieder verlässt und an den Fluss Briese tritt. Aber da ist auch Vorsicht geboten, in Ufernähe, und das können mitunter schon mehrere Meter vom Wasserlauf entfernt sein, wird der Boden je nach Jahreszeit ein pappiger schwarzer Morast. Wehe dem der da kurz stecken bleibt. Man kommt da schon schnell wieder raus, aber wenn man etwas schicker unterwegs ist, vielleicht mit hellen, weißen Schuhen, ist eine Färbung der Fußbekleidung in tiefes Schwarz garantiert! 😉 Günstig ist natürlich eine entsprechende Wanderkleidung, im Sommer kann es auch von Vorteil sein Mückenschutzmittel einzupacken. Aber allgemein ist so ein Besuch wetterunabhängig. Ich habe mich dort schon zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter aufgehalten. Bei Gewitter mit Platzregen, im Frühling mit dem ersten Grün, im Sommer mit einem Grün dass man das Gefühl hatte in einen Urwald am Amazonas verschlagen worden zu sein.

Wildes Brandenburg - Briesetal

Der Herbst ist hier wirklich golden, am besten zu genießen wenn man vom Ort Briese an der Waldschule vorbei in die „Wildnis“ steigt. Und im Winter sieht man mitunter Nebel über dem Wasser, bizarrste Eisformen am Wasser und wenn es richtig gut geschneit hat taucht man ein in eine Märchenwelt ein, die keinen Vergleich mit dem hohen Norden zu scheuen braucht.

Goldenes Briesetal im Herbst, hier in der Nähe von OT Briese

Im Sommer ist oft der durchdringende Schrei des Schwarzspechts akustischer Begleiter; bunte, dicke Käfer kreuzen den Weg. Ihr Name passt so gar nicht zu ihrem hübschen Aussehen, Mistkäfer …

Das Briesetal erstreckt sich ungefähr ab Zühlsdorf im Nordwesten bis zur „Halbzeit“ an der Schlagbrücke an der Verbindungsstraße Lehnitz-Summt und dann weiter zum Ortsteil Briese, Birkenwerder und Borgsdorf. Ja, Ort und Fluss tragen den selben Namen. Die Briese (der Fluss) verteilt sich hier im Südwesten und fächert sich genau zu diesen drei Orten auf, wobei Briese (der Ort) noch so einen zentralen „Knotentreffpunkt“ (was ein Wort 😉 ) spielt. Die gesamte Ausdehnung des Tals misst etliche Kilometer, eine Wanderung vom Anfang bis zum Ende ist sehr ambitioniert, aber zu schaffen.

Ich bevorzuge kleinere Etappen für meine Besuche. Die Schönste für mich beginnt mit dem Parken des Gefährts in Briese auf einen recht großen Parkplatz. Hier entscheidet der Erlebniswunsch die einzuschlagende Richtung. Je nach Jahreszeit in Richtung Briesesee zum Brieseerlebnispfad – ein Holzbohlenweg durch das sumpfige Gelände. Wenn man dort innehält und sich in Naturanschauungen vertieft kommt man ins Träumen, ist auf einmal in einem Land vor unserer Zeit am Rande der Schöpfungsgeschichte…

Nimmt man aber den entgegengesetzten Weg und geht an der „Waldschule“ vorbei erkennt man nach ca. 100m weshalb das Tal diesen Namen erhalten hat. Man befindet sich „oben“ und schaut immer mal ins Tal zur  sich dahinschlängelnden Briese. Man hat aber auch die Möglichkeit einen Naturpfad „unten“ zu wählen, kann an urwüchsigen Bäumen vorbei in die höhere Lage schauen. Selbst erleben ist mit keiner noch so anschaulichen Beschreibung ersetzbar, es lohnt sich definitiv! Ich wähle immer gern den direkten Pfad an der Briese entlang mit seiner vielfältigen Natur. Eben hat te ich noch das Gefühl von Urwald, nach etlichen Metern sieht man nur noch Gras, schilfiges Grün und dann: einen Biberdamm. Wow, ist schon stark wozu diese verhältnismäßig kleinen „Racker“ fähig sind. Nach der Helenenquelle weiß ich dass ich in der „Jetztzeit“ unterwegs bin. Die Hubertusbrücke verbindet beide Talufer, Rastplatz und Schutzunterstand laden zur Vesperpause ein. Gestärkt steht nun die Entscheidung: Weiter zur Schlagbrücke (nochmal die gleiche Streckenlänge + Doppelte zurück, noch weiter; oder über die Brücke und zurück nach Briese. Ich entscheide mich zu letzterem denn mit dem Fotogepäck und überhaupt reicht mir die Wanderung um in mir als Erlebnis und nicht als quälende Erschöpfung in Erinnerung zu bleiben. Wieder in Briese angekommen ist die rustikale Waldgaststätte Briesekrug für eine Erfrischung perfekt. Alten Kennern der Gegend sei aber gesagt dass es sich hier eher um ein Gartenlokal zum Draussensitzen NEBEN der alten Gaststätte handelt, denn deren Schicksal ist noch nicht bestimmt. Aber es ist schön hier, jetzt einen Moment SITZEN zu können, unter Bäumen im Wald, Vogelgezwitscher, ein kühles Bier… (oder ein Eis 😉 ). Wer eine deutlichere Erfrischung im Sommer benötigt, bitte: Der angrenzende Briesesee gibt dafür beste Gelegenheit.

Parke ich mein Gefährt an der Schlagbrücke oder deren Nähe, habe ich auch wieder mindestens zwei Möglichkeiten: In Richtung Nord-Ost wenn ich vorhabe auch eine Rast mit Imbiss einzubauen, denn da könnte das Forsthaus Zühlsdorf (liegt noch vor Zühlsdorf im Wald, Öffnungszeiten kenne ich jetzt nicht, werde ich aber nachreichen) das Ziel sein. Nimmt man den Weg in die andere Richtung, erreicht man wieder die Hubertusbrücke und weitere Optionen, siehe oben…

Das Briesetal im Naturpark Barnim - Wildes Brandenburg Das Briesetal im Naturpark Barnim - Weg von der Hubertusbrücke nach Briese Das Briesetal im Naturpark Barnim - Wildes Brandenburg Das Briesetal im Naturpark Barnim - Wildes Brandenburg Das Briesetal im Naturpark Barnim - In einem Land vor unserer Zeit Das Briesetal im Naturpark Barnim - In einem Land vor unserer Zeit Das Briesetal im Naturpark Barnim - In einem Land vor unserer Zeit Das Briesetal im Naturpark Barnim - In einem Land vor unserer Zeit Das Briesetal im Naturpark Barnim - Wildes Brandenburg Das Briesetal im Naturpark Barnim - Wildes Brandenburg Das Briesetal im Naturpark Barnim - Wildes Brandenburg Das Briesetal im Naturpark Barnim - Platzregen in der Nähe Forsthaus Das Briesetal im Naturpark Barnim - Sturm macht tanzende Bäume

Das Briesetal im Naturpark Barnim - Spätherbst Das Briesetal im Naturpark Barnim - Spätherbst Das Briesetal im Naturpark Barnim - Ein Wintermärchen Das Briesetal im Naturpark Barnim - Ein Wintermärchen

Ich denke jeder Naturliebhaber, Hobbyfotograf, Wanderer kommt im Briesetal voll auf „seine Kosten“ deshalb auch ein wenig Tourismusempfehlung von mir:
Das Briesetal ist ein „Natürliches Erlebnis“ im wahrsten Sinne des Wortes. Man kann sich kaum vorstellen, dass hier die nächste Stadt und schon gar nicht, dass sich die Hauptstadt so nah befinden. Je nach Wohnlage ist man ein paar hundert Meter, von der Metropole auch nur 25-50km entfernt. Erreichbar per S-Bahn oder Regio (Birkenwerder, Borgsdorf), mit dem Auto (Abfahrt Mühlenbeck/Summt für die Richtung Zühlsdorf oder Schlagbrücke; Abfahrt Birkenwerder zum Ortsteil Briese). Per Rad ist die Schlagbrücke auch erreichbar, in Ermangelung eines direkten Radweges, nicht sehr breiter Straße und übermäßig vieler „rasender“ Zeitgenossen nicht meine erste Empfehlung. Mit dem Rad ist der beste Weg die Anreise per Bahn bis Birkenwerder. Vom Bahnhof sind es nur noch ein paar hundert Meter bis Briese. Dasselbe gilt für Borgsdorf als Startpunkt. Verpflegung erhält man im Briesekrug, baden kann man im Briesesee. Hunde sind an der Leine zu führen, wir befinden uns ja größtenteils in der Wildnis und das bedeutet natürlich auch, dass die Tiere ungestört bleiben müssen!

Meine Fotoserie habe ich mit Bildern urwüchsiger Natur begonnen, wie ich sie bei meinen ausgiebigen Wanderungen erlebt habe. Weiter unten die Ergänzung mit einem touristischen Fototeil. Ich wünsche Euch viele spannende Momente, Erholung für Geist und Seele und hoffentlich auch soviel Freude an dem natürlichen Kleinod wie ich sie schon seit vielen Jahren hier in meiner unmittelbaren Heimat erlebe.

Das Briesetal im Naturpark Barnim - Am Briesesee Das Briesetal im Naturpark Barnim - Wegweiser am Parkplatz Briese Das Briesetal im Naturpark Barnim - Das Forsthaus Das Briesetal im Naturpark Barnim - Gute Wünsche Am Briesesee Am Briesesee
Das Briesetal im Naturpark Barnim - Einstieg bei Briese Das Briesetal im Naturpark Barnim - Hubertusbrücke Das Briesetal im Naturpark Barnim - Briesekrug Das Briesetal im Naturpark Barnim - Badefreuden am Briesesee

Die Waldschule in Briese im Winter

 

10 Gedanken zu „Eine Wanderung durchs Briesetal…

  1. Die Fotos vom Briesetal sind herrlich.Da wir noch nie dort waren,reizen sie uns zu einer Tour ins Briesetal.Wir lieben eh den Wald und hier sieht es wild romantisch aus.Danke für die tollen Fotos.Danke an den Fotografen.

    • Vielen Dank, ja ein Besuch lohnt sich wirklich. Man muss aber wenn man die Bahn nimmt eine recht lange Fußstrecke einplanen.

      Viele Grüße Frank Liebke

  2. Wunderschöne Fotos ! Ich fotografiere das Briesetal in und um Birkenwerder auch immer wieder gern. Es ist immer schön, egal welches Wetter, welche Jahreszeit. Unsere Nordic Walking Runden sind auch wegen dieser herrlichen Landschaft immer sehr erholsam.

    • Dankeschön, ja das Briesetal ist in der Tat für die verschiedensten Formen von Bewegung und Erholung perfekt geeignet.

      Viele Grüße Frank Liebke

  3. Herrliche Fotos sind wieder bei … Klasse!
    es gibt hier übeall so viele schöne Ecken, da hat man viel zu tun mit fotografieren.
    Du hast wieder schöne gefunden!
    Danke!!!
    😀

    • Dankeschön, ist auch hier ähnlich wie in meinem Kommentar zu „Die Kamera macht das Bild?“, Leidenschaft ist eine der guten Zutaten für das Schaffen von Bildern, die Bestand haben. 🙂
      LG von Frank

  4. Wunderschöne Bilder mit viel Ausstrahlung. Man merkt wie sehr der Fotograf sein Herzblut einbringt. Danke für den kleinen Urlaub für zwischendurch. Schon das Ansehen bringt Erholung pur.

    • Dankeschön Petra, sorry, denn ich habe Deinen Kommentar erst eben gesehen.
      Freut mich dass Du reingeschaut hast und Dir mein Beitrag gefällt.
      LG von Frank

  5. ….herzlichen Dank für die wunderschönen Fotos! Ich war erst am 4.8.2016 im Briesetal von Zühlsdorf kommend bis nach Birkenwerder – ein Traum…. – erst konnte ich das Flüsschen gar nicht sehen: ist es doch gerade unter einer dicken hellgrünen Schicht verborgen – „Entengrütze“ nannten wir das oder „Wasserlinsen“ – es war trübes Wetter, aber die Briese leuchtete zauberhaft hellgrün durch die Bäume – ich habe 136 Fotos gemacht und eine einzigartige Landschaft eingefangen, die wie ein Feenland anmutet….
    ein Tipp von mir übrigens: Ich wandere in Orten um Berlin herum nach dem Buch: „Ab ins Grüne“ – Ausflüge mit der Berliner S-Bahn – ich habe nämlich kein Auto. Im Buch sind sehr gute Beschreibungen von Wanderungen, gut recherchiert mit sehr brauchbaren Karten.
    Das Forsthaus übrigens hat nur an Sonn-und Feiertagen geöffnet…schade.
    Danke für Ihre Seite! ……Janna

  6. Liebe Janna, lieber Herr Liebke, schöne Fotos und ein tolles Feedback zu unserem Forsthaus Wensickendorf (auch wenn es geographisch tatsächlich näher an Zühlsdorf liegt). Wir haben samstags, sonntags sowie an den Feiertagen und meisten Brückentagen geöffnet. Wandergruppen können nach vorheriger Absprache auch wochentags bewirtet werden. Wir hoffen Sie bald wieder bei frischem Blechkuchen oder einer selbstgemachten Wildknacker begrüßen zu dürfen! Viele Grüße von Familie Weiß

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Webseite