Sonnenaufgang in der Teichlandschaft Linum, Brandenburg

Sonnenaufgang in der Teichlandschaft Linum, Brandenburg

Fotografen sind eine ganz besondere Spezies des „verrückten Menschen“ auf unserem Planeten. Und wenn ich mal die Webseiten und Erlebnisberichte guter und anspruchsvoller Fotografen durchsehe fühle ich mich in bester Gesellschaft 😉 . Fotografie heißt im ursprünglichem Sinn „Malen, Zeichnen mit Licht“. Und wenn die Bilder interessant sein sollen, muss man immer bereit sein für den Trip nach draußen, wenn das Licht magisch wird. Und wenn es der heilige Sonntag ist.
Am Sonnabend Abend sah es so aus, als ob es für den nächsten Morgen eine Überraschung geben würde, in zweierlei Hinsicht: Entweder wird der Himmel grau sein und es auch bleiben oder es bestand die 50% – Chance für spektakuläres Licht für eine kurze Zeit vor Sonnenaufgang und nachdem der Sonnenball über die Horizontlinie geklettert ist. Schwierig ist es in unserem Brandenburg für so ein Lichtspektakel eine geeignete „Bühne“ zu finden. Ein erhöhter Standpunkt wäre dazu gut und es sollte dann aber auch ein gutes abwechslungsreiches Motivangebot geben. Berge (ich meine richtige Berge) sind rar, eigentlich nicht da. Und Aussichtspunkte werden eigenartigerweise oft da hingesetzt, wo es eigentlich nichts zu sehen gibt. Wie auch immer meine Entscheidung fiel auf die Linumer Teiche und ich sollte sie nicht bereuen!

Wenn aber am Sonntag in aller Hergottsfrühe der Wecker klingelt ist dass schon hart. Der Blick dann aus dem Fenster ließ auch zweifeln, die 50%-Chance sah aus wie 100% Regen. Eigentlich keine richtige Lust. 🙁  Wenn, ja wenn da nicht dieses Gefühl, diese Ahnung wäre.
Na ja, rein in die Klamotten, der Fotorucksack steht sowieso immer gepackt und dann raus zur Garage. Und da sah ich die ersten untrüglichen Zeichen für einen grandiosen Morgen am Himmel. Ab nach Linum, aber gaaanz schnell!! Linum liegt von Oranienburg aus westlich, das heißt ich fahre eigentlich immer ins Dunkle, aber im Rückspiegel wurde es von Minute zu Minute immer spannender,von bläulich zu zartrosa übergehend. Der Farbton immer noch mit einer gehörigen Portion Schwarz vermischt, was mich doch beruhigt, denn das bedeutet, dass der Himmel heller scheint als er ist und die Sonnen noch etwas Zeit braucht. Genau wie ich, aber zum Glück waren wirklich alle Straßen absolut leer. Denn sowas an einem Sonntag morgen macht man doch nicht. 😉 Mein Glück. 🙂

Trotzdem war ich keine Sekunde zu früh da. Das spannendste Licht ist eigentlich, das „Spiegellicht“, etliche Minuten vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang, zu erleben. Und Wolken müssen dabei sein, die sind ja der Spiegel, auf den das Sonnenlicht schon vor dem Aufgang trifft. Und da verändern sich die Farbnuancen minütlich. Für Fotografen ist diese Zeitspanne Stress, denn man komponiert mit den verschiedensten Brennweiten ständig neue Motive. Dazu noch die schwierige Situation bei diesem herrschenden Sturm mit einem 400erter Tele (2,8/70-200 + Konverter; danke Nikon, sauber neu justiert!) trotz Stativ unverwackelte Bilder zu bekommen. Sonnenblende hatte ich abgenommen (ist sonst wie ein Segel) und immer mit geöffneter Jacke vor den Wind beim Auslösen vor die Kamera als „Windschutz“ gestellt. Sah sicher amüsant aus, war aber saukalt 😉 . Der Kontrollblick bei 100% auf dem Monitor beruhigte dann vollkommen, hat alles super gepasst! Für meine ganze Bildserie hatte ich genau eine knappe Stunde Zeit, dann hatten die Wolken gewonnen und die Sonne wieder verdeckt, aber was für eine knappe Stunde! Ich war seelig, super Bilder mit 36 Megapixel! Davon kann man super scharfe und riesige Vergrößerungen drucken lassen. Und ich hoffe, meine Bildagentur wird auch was davon aussuchen. Aber das Wichtigste ist dabei das Erlebnis, der Wind, die frische Luft! Und alles was man hört sind die verschiedensten Laute irgendwelcher gefiederten Zeitgenossen. Als der Sonnenball über den Horizont lugte flogen Schwärme auf, ohne einen Ton von sich zu geben. Als ob sie nach der langen kalten Nacht den anbrechenden Tag erst einmal in stiller Ergebenheit feierten. Und dann hallte wieder von allen Seiten der Teiche das bekannte Geschrei der Gänse und der ganzen anderen gefiederten Bewohner wider. So möchte ich am liebsten immer den Sonntag beginnen…

Nachfolgend in der Galerie ein bildmäßiger Ablauf der „Sonnenwanderung“ an diesem schönen Morgen, einfach draufklicken und per Finger (Phone, Tablet) oder Pfeiltasten/Mouse navigieren:

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